Aufbruch in die Demokratie

 

Aufbruch in die Demokratie ist eine neue Ausstellung im Uslarer Museum. Zur Eröffnung mit Einführung ins Thema und musikalischer Begleitung hatte die Stadt in die Rathaushalle gebeten.
Dass es überhaupt zum demokratischen Veränderung kam, lag auch an der schwierigen Ernährungslage der Bevölkerung am Kriegsende. An Beispielen in der Zeit der Uslarer November Revolution war von einem Kleinbauer in Verliehausen, der 14 Tage ins Gefängnis musste, weil er Vieh mit dem Brotgetreide Roggen gefüttert hatte, was streng verboten war. Andere, wie Auguste Elges aus Vernawahlshausen, hielten in Tagebüchern fest, wie sich die Verwandtschaft aus der Stadt einnistete, weil es auf dem Land genug zu essen gab. Leid lösten die vielen Toten aus. So seien aus den damals 33 zum Kreis Uslar gehörenden Gemeinden mit 20000 Einwohnern allein 800 Männer im Krieg gefallen.
Als am 10. November 1918 Matrosen nach Northeim kamen und mit dem Zug weiter nach Uslar und Bodenfelde fuhren, um die Revolution zu verkünden und Soldatenräte zu wählen, war die Überraschung bei vielen Einwohnern groß. Die Zeitungen hatten nur Siege verkündet und die Männer auf Fronturlaub vieles nicht erzählt. Andere Informationsmöglichkeiten gab es für die Bevölkerung kaum. Dennoch kamen im Gasthaus Küchemann schnell 500 von 2000 Uslarer Einwohnern zusammen, um auch hier die Revolution einzuläuten.
Ab November 1918 durften Frauen wählen und sich wählen lassen. Mit Frieda Böttcher gab es schnell eine stellvertretende Vorsitzende der örtlichen SPD und das politische Interesse bei Frauen und Mädchen stieg massiv. Die Arbeitszeitverkürzung auf acht Stunden täglich ermöglichte Freizeitaktivitäten wie Fußball, so dass immer mehr Vereine gegründet wurden.
Bekannte Uslarer Genossen wie August Schönitz prägten diese Zeit.
Die Gegenrevolution ließ nicht lange auf sich warten und wurde durch die hohe Inflation begünstigt. Im Sommer 1923 gingen in Uslar mehr als 1000 Menschen auf die Straße. Es kam zu Plünderungen. Linke wie rechte Populisten verbreiteten ihre Parolen. Der Antisemitismus wuchs und ab 1923 gab es auch in Uslar die NSDAP.

 

 


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